Wir sind ganz angstallein
Ein Mensch macht sich auf um einen schweren Weg zu gehen. Keiner kann ihn begleiten, es sei, er ist denselben Weg gegangen. Und dennoch: dieser Weg für ist jeden anders. Wir können ihm nur die Hand halten, bildlich, über Zeit und Entfernung hinweg. Rainer Maria Rilke schrieb zwei wunderschöne Texte, die es uns erlauben dem anderen Menschen die Hand zu halten, wo immer er sei.
Wir sind ganz angstallein,
haben nur an einander Halt,
jedes Wort wird wie ein Wald
vor unserm Wandern sein.
Unser Wille ist nur der Wind,
der uns drängt und dreht;
weil wir selber die Sehnsucht sind,
die in Blüten steht.
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Die frühen Gedichte: Gebet der Mädchen zur Maria
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Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,
dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.
Aber die Worte, eh jeder beginnt,
diese wolkigen Worte, sind:
Von deinen Sinnen hinausgesandt,
geh bis an deiner Sehnsucht Rand;
gib mir Gewand.
Hinter den Dingen wachse als Brand,
daß ihre Schatten, ausgespannt,
immer mich ganz bedecken.
Laß dir Alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muß nur gehen: Kein Gefühl ist das fernste.
Laß dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.
Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.
Gib mir die Hand.
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Das Buch vom Mönchischen Leben
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